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Alleinstellungsmerkmal nicht leichtfertig aufgeben

Zu "Eisbahn vor dem Ende", MAZ vom 11.09. 2013

Uta Hohlfeld und Olaf Präger / Foto: LINKE

Hohe Betriebskosten und gesunkene Besucherzahlen ließen ein Weiterbetreiben der Kunsteisbahn nicht zu. Ohnehin laufe die Genehmigung zur Verwendung des umweltschädigenden Kühlmittels R22 aus. Ein Wechsel des Kühlmittels würde umfangreiche Sanierungsmaßnahmen nach sich ziehen. So die Verwaltung im letzten Bildungsausschuss vom 9. September.

Das hört sich durchaus nachvollziehbar an und es schien den anwesenden Stadtverordneten sicher auch nachvollziehbar, 75000 Euro einzusparen, sonst hätte es nach der Diskussion nicht das Ergebnis gegeben, die Eisbahn im kommenden Winter gar nicht mehr zu öffnen.
Der Lokalredakteur Herr Schröder hat in einem Kommentar in der gleichen Tagesausgabe den Finger in die Wunde gelegt. Die Empfehlung sei leichtfertig gewesen. Gut, wenn man nicht in der Verantwortung steckt ist es leicht, Entscheidungen zu kritisieren. Doch Herr Schröder hat recht.

Die Eisbahn zieht nicht nur hohe Betriebskosten, zunächst hat sie ein Vermögen gekostet. Also sollte man darüber nachdenken, wie wir unser kommunales Vermögen erhalten können, für die Einwohner der Region und darüber hinaus. Denn es gibt im Umfeld keine weitere derartige Einrichtung dieser Art. Welche Anstrengungen wurden eigentlich unternommen, sie im eigenen Wirkungsbereich und im größeren Umfeld des Altkreises zu bewerben? Ein Foto aus dem Winter 2010, in unserer Fraktionsschrift "Offen gesagt..." (S. 6) erschienen belegt jedenfalls, dass die Öffentlichkeitsarbeit für die Eisbahn jedenfalls zu diesem Zeitpunkt nicht unbedings geschickt war. Aber es liegt jetzt auch ein paar Jahre zurück.

Gut, allein wegen der Eisbahn setzt sich in Zerbst oder Brandenburg, in Wusterwitz oder Stahnsdorf so schnell niemand ins Auto oder in die Bahn, aber bei einem Kombiangebot Eisbahn-Therme - ordentlich beworben - sähe es vielleicht anders aus.

Aber was ist mit dem Kühlmittel-Problem? Laut Aussagen des Bauamtsleiters Herrn Grund im letzten Bauausschuss können wir die Eisbahn bis Winterende 2016 betreiben, vorausgesetzt es passiert keine Havarie. Dann müsste sie natürlich sofort geschlossen werden.
Um sie weiterhin betreiben zu können, benötigt die Eisbahn eine schrittweise Modernisierung, auch aus energetischen Gründen. Man sollte parallel recherchieren, ob der Bau eines Daches möglich ist und welche Auswirkungen so ein Dach auf Betriebskosten hätte. Nutzbar wäre die Fläche im Sommer für die Besucher des Erlebnisbades trotzdem.

Fazit: Ob und wie es weitergehen kann mit der Eisbahn muss komplex und im Zusammenhang mit dem Bad betrachtet werden. Die Entscheidung wird sicher politischer Art sein müssen: Wieviel ist uns die Anlage wert, wenn man die Bedeutung für die Region und für die Kinder-und Jugendarbeit sieht. Wie lässt sich das Alleinstellungsmerkmal besser nutzen? Erst wenn diese und weitere Betrachtungen zusammen geführt werden, kann eine Entscheidung getroffen werden. Vielleicht auch bereits am 28. Oktober bei der Stadtverordnetenversammlung, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Uta Hohlfeld
Olaf Präger
LINKE-Fraktion Bad Belzig


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