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Der Fläming wird stückweise abgehängt – angefangen bei den Geburten

Pressemitteilung der Linksfraktion des Kreistages Potsdam-Mittelmark

Jetzt, da Bad Belzig keine Geburtsstadt mehr ist, wie lange wird sie dann noch attraktiv sein für junge Familien? / Foto: Präger

Die Entscheidung ist gefallen – die Entbindungsstation in Bad Belzig bleibt geschlossen. Richtig ist – die Zahl der Geburten ist seit Jahren nicht ausreichend.

Wenn man es aber nicht nur mit der Brille des Klinikgeschäftsführers sieht, ist die Schließung ein sehr schlechtes Signal für die Flämingregion – vor allem an junge Familien, die sich nach Arbeitsplätzen, gesundheitlicher Versorgung und Bildungsangebot orientieren. Das konterkariert die vielen Bemühungen um die Bindung der Menschen an die ländlichen Regionen, um die Steigerung der Attraktivität, damit sich nicht immer mehr gezwungen sehen,  in den Speckgürtel zu ziehen. Da können wir eigentlich nicht zulassen, dass sich Entscheider nur nach der Effektivität einer einzelnen Einrichtung ausrichten können.

Der Kampf um den Erhalt der Entbindungsstation hat viele Menschen mobilisiert. Die Breite des Widerstands, das Durchhaltevermögen über fast sechs Monate und ihre Kreativität ist bewundernswert. Bemerkenswert auch - zum ersten Mal haben der Kreistag Potsdam-Mittelmark und die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam schon im Februar 2015 gleichlautende Beschlüsse in einer Sache gefasst - für den Erhalt der Entbindungsstation. Alle Aktivisten und auch die Abgeordneten mussten aber lernen, dass die Beschlüsse demokratisch gewählter Gremien anscheinend keine Bedeutung für die Gesellschafter des Klinikums, den Oberbürgermeister von Potsdam und den Landrat von Potsdam-Mittelmark haben. Von den beiden, die eigentlich den Eigentümer in dem Klinikkonzern vertreten, kam keine Unterstützung für die Forderung nach Erhalt der Entbindungsstation. Es ist auch keine Aktivität der beiden für den Erhalt der Geburtshilfe in Bad Belzig bekannt. Sie waren höchstens Lautsprecher für die Wünsche des Geschäftsführers des Klinikkonzerns „Ernst von Bergmann“. Ihrer beider Handeln folgt damit nur dem sehr engen Interesse dieses Konzerns und nicht in dem der eigentlichen Eigentümer – dem der Menschen der Region, die Potsdam mit seinem Umland bis zum Flämig bildet.

Umso frustrierender ist das, da ja mit dem Konzept des Städtischen Klinikums Brandenburg alle Gründe, die am 28. Januar für die Schließung angeführt wurden, behoben werden konnten. Für alle, die an den Diskussionen vor dem Rathaus in Bad Belzig, in den Gremien, am Runden Tisch und auch hinter den Kulissen beteiligt waren oder auch nur verfolgt haben, bleibt der schale Beigeschmack, dass der Erhalt der Entbindungsstation bei den beiden Entscheidern nicht gewollt war. Darum kam es auch beim letzten Versuch am Dienstag dieser Woche zu keiner Einigung. Statt gemeinsam als drei kommunale Krankenhäuser in der Region abgestimmt das Beste für die Menschen der Region anzubieten, Wir können nur hoffen, dass das Rettungskonzept trägt und kein Kind und keine Mutter bei den 3-5% nicht vorhersehbaren Komplikationen zu Schaden kommt.

DIE LINKE im Fläming und im Kreistag, die den Kampf um die Erhaltung der Entbindungsstation angefangen von dem ersten Antrag zu dem Thema im Februarkreistag, über den von ihr einberufenen ersten Runden Tisch am 19. Februar bis zur Unterstützung der Postkartenaktion mit allen ihren Mitteln unterstützt hat, wird sich jetzt darauf ausrichten, das Krankenhaus der Grundversorgung nicht nur zu verteidigen, sondern die konkrete, mit Gesellschafterbeschlüssen verbindlich gemachte Entwicklungskonzeption dafür von den beiden Gesellschaftern verlangen.

Thomas Singer Fraktionsvorsitzender
Kreistagsfraktion DIE LINKE im Kreistag
Potsdam-Mittelmark


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