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Olaf Präger, Sachkundiger Einwohner Linksfraktion Bad Belzig

Preissteigerungsraten für Erlebnisbad-Eintritte teilweise sehr hoch

Einzelkarten sollen um rund 43 Prozent, Jahreskarten gar um 75 Prozent steigen. Findet die SVV am 16. Dezember einen moderaten Ausgang? / Foto: LINKE
Eingang Erlebnisbad Bad Belzig

Es gibt einige Probleme, die die derzeitigen Stadtverordneten von ihren Vorgängern geerbt haben. Dass die Stadt zu wenig Betreuungsplätze in den Kitas anbietet, ist nur eines davon. Gut, dass sich darum jetzt ein temporärer Ausschuss kümmert. Ein weiteres sind die seit elf Jahren unveränderten Eintrittpreise für das Erlebnisbad in Bad Belzig. Dass es Zeit ist, darüber neu zu entscheiden, einverstanden.

Leider sind die vielen Besucher, die die Behandlung des KITA-Problems durch den Sozialausschuss der Stadt am 25. November interessiert gefolgt sind und sich dort teilweise auch eingebracht haben, nach diesen Tagungsordnungspunkten gegangen. Wären sie noch geblieben, hätten sie eine Debatte erlebt, die mich zeitweise an Szenen auf einemen orientalischen Markt erinnert haben. Da wurde geboten, gedealt, geschachert, gefeilscht nach dem Motto, wer bietet mehr. Die Ergebnisse sind meines Erachtens entsprechend. Wenn die MAZ in ihrem Artikel vom 30. November formuliert, dass die neuen Preise bei "einigen passionierten Wasserratten der älteren Generation für Gänsehaut sorgen würden, trifft es in etwa dem, wie ich es am Sitzungstisch ebenfalls erlebt habe. Es mag ja sein, dass die Stadt jeden Euro braucht, aber immerhin ist die Einzel-Eintrittskarte für Erwachsene um rund 43 Prozent bei gleichzeitigen Wegfall der Rentnerermäßigung angehoben worden. Wenn Jahreskarten gar um 75 Prozent erhöht wurden und die Verkaufszahlen dieser Preiskategorie bereits bei 80 EUR ohnehin gering waren, muss man damit rechnen, dass sie noch seltener verkauft werden. Und gerade Jahreskarten gewährleisten Einnahmen, egal wie der Sommer ausfällt. Allerdings begrüße ich, dass der Preis für ermäßigte Jahreskarten bleiben sollen.

Verständnis fehlt mir dafür, dass die Studenten nun voll bezahlen sollen. Laut Sozialamtsleiter sind Studentenermäßigungen in diesem Jahr nicht in Anspruch genommen worden. Sollte sich doch mal ein Student nach Bad Belzig verirren und baden gehen wollen, dann bitteschön soll er auch den Ermäßigungspreis bezahlen dürfen. Was die Eintrittspreise für Rentner betrifft: da gehe ich davon aus, dass Grundsicherungs-Bezieher auch für den ermäßigten Preis baden gehen können. Wenn nicht, sollte man dies einarbeiten. Auch sind Renten-Bezüge in der Höhe differenziert zu betrachten. Aber spätestens, wenn es wieder elf Jahre dauern sollte, bis die Preise angepasst werden, müssen wir wohl der Altersarmut Tribut zollen und neu über Rentnerermäßigungen nachdenken.

Noch sind nicht alle Messen gesungen, denn erst die Stadtverordnetenversammlung am 16. Dezember trifft die endgültige Entscheidung über die neue Preisstruktur.