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Inge Richter, Förderverein Gedenkstätte Roedernhof

Geschändet, wieder hergestellt, geehrt - die Geschichte von dem Haus mit dem Geweih

Das Haus mit dem Geweih …

… welche Bedeutung hat es an dem wenig attraktiven Haus? Es war ein wichtiges Zeichen – nicht heute, nicht gestern, vor über 75 Jahren. Warum legen Menschen hier am Weltfriedenstag Blumen nieder? Das „Geweihhaus“ markierte für viele hundert Frauen jeden Tag in aller Frühe und jeden Abend die Mitte des Weges, den sie tagein tagaus sechs Tage jede Woche gingen. Es war der Weg, ihr Arbeitsweg. Sie gingen ihn nicht wie normale Arbeiterinnen. Sie waren Häftlinge aus dem Lager Roedernhof – eines der Außenlager des Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Sie mussten Zwangsarbeit in der Munitionsfabrik leisten. Es waren über 750. Nur 65, die zu schwach waren, um noch weg getrieben zu werden, konnte die Rote Armee am 3.Mai 1945 befreien. Über 700 waren in den Jahren an den Haftbedingungen gestorben. Dank des Engagements des damaligen Bürgermeisters von Bad Belzig, Gerhard Dobritz (damals SED - später die LINKE), wurde 1965 für sie ein Gedenkstein errichtet.

Es ist sicher nicht zufällig, dass dieser Gedenkstein genau vor dem Weltfriedenstag 2020 von Neonazis geschändet wurde. Der Bauhof hatte das bis zur Ehrung alles wieder hergerichtet. So weit zur Ehrung, nun muss die Aufklärung erfolgen – immer wieder zur Geschichte des Ortes und aktuell zu der Schändung des Gedenkortes.