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Olaf Präger

Am Haus am See Gedenken an Atombombenabwürfe

Mahnmal zum Atombombenabwurf in Hiroshima. / Foto: Pixabay.com
Mahmmal in Hiroshima

Im August 1945 sind von der Kriegspartei USA am Ende des zweiten Weltkrieges Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden. Am 5. August um 18 Uhr erinnern Bad Belzigerinnen und Bad Belziger an die Bombenabwürfe vor 75 Jahren.

Die Druckwellen der Bomben zerstörten damals beide Städte in einem Umkreis von fünf Kilometern. Ein Feuerball mit einer Temperatur von 6.000 Grad Celsius ließ alles in Flammen aufgehen. Aus den Wolken fiel ein pechschwarzer Regen. Zwei Augenzeugenberichte von Überlebenden der Atombombenabwürfe gehen während der Gedenkstunde darauf ein, wie die Menschen die Infernos erlebt haben.

Ca. 100.000* Menschenleben forderten "Little Boy" und "Fat Man", wie die Atombomben von der US-Armee zynisch genannt wurden, in den beiden japanischen Städten sofort. Weitere 130.000* Menschen starben bis Ende 1945. Ungezählt sind die Opfer, die die Bomben in den folgenden Jahren forderten, die an der Strahlenkrankheit bzw. an Krebs erkrankten. Ungezählt auch die Kinder, die durch Nachwirkungen der Atomexplosionen mit Missbildungen oder geistigen Behinderungen zur Welt kamen und noch heute kommen.

Die Abwürfe sollten Japan möglichst schnell zur Kapitulation bewegen, so jedenfalls die offizielle Version. Das mag so sein, aber Motiv war wohl auch, den Partner in der Antihilterkoalition - die Sowjetunion - einzuschüchtern und so das Zeitalter des kalten Krieges einzuleiten.

Waren die Atombombenabwürfe der USA ein Kriegsverbrechen? Das erklärte Einsatzziel bezüglich der japanischen Kapitulation ist schnell erreicht worden. Auch ohne Einsatz der Kernwaffen hätte es Tausende Opfer auf beiden Seiten gegeben. Aber Japan stand bereits kurz vor der Kapitulation, und Rahmenbedingungen und die pure Anzahl der Opfer sowie die Art ihrer Tötung sprechen klar für die Deutung als Kriegsverbrechen. Mehr dazu auf der Veranstaltung.

Was heisst das für uns heute? Am 16. Oktober 2017 wurde durch Bad Belziger Stadtverordnete eine Resolution an den deutschen Städte- und Gemeindetag beschlossen. Ihr Titel: "Für eine atomwaffenfreie Welt - damit unsere Kinder und Enkel eine friedliche Zukunft haben". Der Städte- und Gemeindetag ist gefordert - entsprechend seiner Verantwortung für kommunale Daseinsvorsorge und unterstützt von vielen weiteren Kommunen - sich bei der Bundesregierung dafür einzusetzen, dass Atomwaffen vom deutschen Boden alsbald abgezogen und Verhandlungen für eine atomwaffenfreie Welt geführt werden. 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki mahnen wir für einen sofortigen Beitritt zum UN-Atomwaffenverbotsvertrag!

Veranstaltet wird die Gedenkstunde für die Opfer der Abwürfe am "Haus am See" am Stadionteich von der Basis der Partei DIE LINKE Bad Belzig. Alle Interessierten sind eingeladen. (* Angaben: Wikipedia.de)