9. August 2017

Hiroshima und Nagasaki mahnen

DIE LINKE gedenkt den Folgen der Atombombenabwürfe mit einem Friedensforum

Ein Zeichen für den Frieden (Quelle: DIE LINKE.)

Vor 72 Jahren erfolgten am 06.08. und 09.08. die Abwürfe amerikanischer Atombomben auf die Städte Hiroshima und Nagasaki. Diese blieben zwar bislang die einzigen kriegerischen Einsätze von Atomwaffen, dennoch schwebt die Gefahr eines atomaren Krieges weiterhin wie ein Damoklesschwert über der gesamten Menschheit.

Das Friedensforum in Bad Belzig solle jedoch nicht nur eine Gedenkveranstaltung für die hunderttausenden Opfer dieser Abwürfe sein. Außerdem solle es der Information über die derzeitige Weltlage und zum Engagement gegen Kernwaffen dienen, stellte Bernd Lachmann, Organisator der Veranstaltung, anfangs klar. Neben einem Grußwort des Bürgermeisters von Hiroshima, Matsui Kazumi, wurde ein Bericht eines damals 14-jährigen Überlebenden gezeigt, welche den über 20 Veranstaltungsteilnehmern die unmittelbaren Auswirkungen der Explosion und die Langzeitfolgen drastisch schilderten.

Dr. Hans-Peter Jung, Mitglied des IPPNW, vermittelte die technischen Details einer Atomexplosion und erläuterte, dass auch beim Einsatz von Uranmunition, wie durch die USA im Irak und Syrien, radioaktive Strahlung zu Krebserkrankungen und Missbildungen bei Neugeborenen führen kann. Durch den Fallout, also den radioaktiven Niederschlag, sei die Hintergrundstrahlung der Erde bis heute deutlich erhöht. Dies läge nicht zuletzt an den ca. 2.000 bis heute durchgeführten weltweiten Atombombentests. Auch sei die Menge von über 18.000 weltweit einsatzfähigen Atombomben mehr als ausreichend, um die Erde unbewohnbar zu machen.

Des weiteren wurde über die unrühmliche Rolle Deutschlands bei der nuklearen Abschreckung diskutiert. Amerikanische Atomwaffen lagern weiterhin im Fliegerhorst Büchel, und deutsche Piloten sind ausgebildet, diese auf Geheiß der USA einzusetzen. Damit bricht Deutschland nicht nur den Atomwaffensperrvertrag von 1968, auch die aktuellen Verhandlungen zum Verbot von Atomwaffen werden von Deutschland boykottiert, trotz anderslautender Koalitionsverträge der letzten Bundesregierungen. Lachmann, der bereits selbst an Protestaktionen in Büchel teilgenommen hat, rief deshalb zu Resolutionen gegen Atomwaffen durch Städte- und Gemeindevertretungen auf. Zwar sei die kommunale Ebene nicht für Kriegspolitik zuständig, allerdings müsse man „außerhalb von Schubladen denken“, so Lachmann, denn im Falle eines Atomkriegs sei die kommunale Daseinsvorsorge offensichtlich nicht zu gewährleisten.

Damit bleibt zu hoffen, dass Bad Belzig sich in die Liste der Gemeinden in Potsdam-Mittelmark einreiht, welche bereits ein Zeichen für eine atomwaffenfreie Welt gesetzt haben.